Episode IV: Lettland

5. August: Auf nach Riga bei herrlichem Wetter. Zwischenstop im Bernsteinmuseum in Palanga: In einem großartigen Park gelegen, soll dieses Museum laut Reiseführer das größte und schönste seiner Art sein. Hochinteressant, was man so alles im Bernstein finden kann.

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Weiter nach Lettland Richtung Riga. Die Landstraße ist gut ausgebaut, wenig Verkehr, um Riga herum wird es etwas voller. Angenehme Fahrt. Grenzkontrollen? Siehe hier:

Riga. Die Geschichte begegnet einem hier überall. Hansestadt, Hauptstadt des alten Livlandes, Hafenstadt, Wirtschaftsmetropole im Baltikum. Seit 800 Jahren hin- und hergerissen von Einflüssen aus Russland, Deutschland, Schweden, Polen. Und immer wieder der Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit. Seit 2004 in der EU; hoffentlich endgültig. Heute, am Freitagabend bei warmen Wetter geht hier die Post ab. Bis in den frühen Morgen hinein wird gefeiert. Da lagen wir aber schon brav im Hotel im Bett.

6. August. Es regnet ein wenig in Riga. Die Sowjetzeit ist hier trotz aller Modernisierung noch präsent – zum Teil in recht widersprüchlicher Weise. Hier steht das Denkmal der lettischen roten Schützen, Lenins Nationalgarde, gegenüber dem Denkmal für die Verschleppten des Sowjetregimes nach Sibirien (Die beiden Damen unten gehören zu keiner der beiden vorgenannten Gruppen).

Weitere Hinterlassenschaften der Sowjetzeit:

Apropos Sowjetunion: Die Solidarität mit der Ukraine ist immens und zeigt sich überall in der Stadt. Neben jeder rot-weiß-roten Lettlandfahne hängt eine blau-gelbe Ukraine-Fahne. Die russische Botschaft ist komplett umstellt. Wenn ein Botschaftsangehöriger aus dem Fenster schaut, sieht er nur noch blau-gelb, oder Putin als Monster:

So etwas gibt es hier auch: dieser wohlgeformte Herr entspringt aus den Känguru-Chroniken, einschließlich seinem Hund.

Wer diese Anspielung nicht versteht, und 3 Minuten und 26 Sekunden Zeit investieren möchte, darf hier auf das kleine Dreieck drücken.

Unsere liebe „Halbschwester“ Beate arbeitet in der Nationalbibliothek in Riga. Sie hat uns herumgeführt und uns viele interessante Dinge über die lettische Geschichte beigebracht. Auch hat sie uns die von ihr realisierte und betreute Ausstellung über die Herrnhuter Brüderschaft und deren Wirken in Lettland gezeigt; sehr eindrucksvoll!

Ein berühmtes Jugenstil-Viertel gibt es hier in Riga. Fast überrestauriert wirken die blitzsauberen Gebäude, sodass das einzige nicht renovierte Haus fast den größten Charme aussendet:

Abends dann im Dom ein Konzert mit Orgel, Duduck und 6 Sängerinnen. Achtung jetzt kommt’s: Moderne Orgelmusik trifft Gregorianische Gesänge und Armenische Volksmusik. Klingt seltsam. War es auch. Aber wirklich eine aparte Mischung, hörenswert und musikalisch auf hohem Niveau!

7. August: Reist man zu dritt, so gibt es weniger Differenzen bei der Meinungsfindung, da es immer eine Mehrheit, nie ein Patt, gibt. Weil Stefi und ich bisher immer einer Meinung waren, fiel die Entscheidung eindeutig aus. Das hat sich heute geändert, als der Dritte im Bunde erstmals sein eigenes Bedürfnis geäußert hat. Bisher wollte er nur ab und zu etwas zu trinken und ein wenig Öl. Aber heute, nach der Literatur des Reiseführers, hat er beschlossen, dass er ins frisch renovierte Motor-Museum von Riga möchte. Diesen absolut nachvollziehbaren Wunsch konnten wir ihm nicht versagen. Es gab allerdings trotzdem Ärger, weil man ihn nicht hineingelassen hat. Er musste also draußen warten und sich mit den Bildern begnügen, die ich für ihn geschossen habe:

Bei Beate mit Hannah zum Mittagessen und danach in den Waldpark spazieren. Das Sonntag-Ausflugziel für die Bewohner Rigas.

Abschließend noch einige Impressionen aus Riga:

Und das war es schon wieder! Morgen geht es nach Estland…

Zum ersten Artikel dieses Blogs: https://projekt912.cordes-netzwerk.de/baltic-grand-tour-2022/

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