Episode V – Estland, 2. Teil: Saaremaa

10. August: Abreise aus Pädaste Manor bei gutem Wetter nach Kuressaare / Arensburg. Muhu ist klein und schon bald fahren wir über einen schmalen Damm und kommen nach Saaremaa. Auch Saaremaa ist nicht dicht besiedelt; Weizenfelder, Wälder und nur wenige Orte.

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Wir kommen nach Kuressaare, wo wir in einem alten kleinen Holzhotel direkt neben der Bischofsburg Arensburg untergebracht sind. Die Burg ist aus dem 14. Jahrhundert.

Kuressaare, die Hauptstadt der Insel Saaremaa, hat gut 13.000 Einwohner und ist ein touristisches, aber ruhiges und gemütliches Städtchen mit vielen alten Holzhäusern.

Der Hafen ist relativ frisch renoviert und lädt Segelschiffe aus dem ganzen Ostseeraum in die nette Kurstadt ein.

Die Geschichte Estlands ist ähnlich der von Lettland. Auch Estland war Teil Livlands, auch hier wurde die „einfache“ Bevölkerung vom deutschem Adel und russischen Zaren gegängelt (und zwischendurch auch mal von Dänen und Schweden). Die Sprache der Menschen, estnisch, war und ist aber komplett anders als alles andere drumherum, außer finnisch. Überhaupt vergisst man heute schnell, dass hier noch vor 30 Jahren Sowjetunion war. In dem Zusammenhang findet in Kuressaare im Museum KEK („Kena Elu Keskus“ = „schönes Leben Zentrum“) eine eindrucksvolle Ausstellung statt. Das KEK ist ein in den frühen achtziger Jahren erbautes Industrie- und Handwerkshaus, welches abgerissen werden sollte. In den zweitausender Jahren wurde es von einer Kulturinitiative übernommen und sorgfältig restauriert. Die Ausstellung erinnert an die sowjetischen Zeiten Estlands in den siebziger und achtziger Jahren. Es wurden unzählig viele Gegenstände gesammelt und nach Themen sortiert in verschiedenen Räumen präsentiert. Das Ergebnis ist eine Zeitreise in eine teils skurrile und teils gruselige Welt. Ich habe mich der freundlichen Kuratorin, die in etwa in meinem Alter ist, unterhalten. Sie betont, dass junge Esten unter 30 diese Zeiten nie erlebt haben. Es sei wichtig, die Erinnerung daran präsent zu halten.

Nur eine Nacht hier, und es geht weiter nach Hiiumaa…

Zum ersten Artikel dieses Blogs: https://projekt912.cordes-netzwerk.de/baltic-grand-tour-2022/

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